In Napier haben wir uns in einer Hostel eingequatiert, die eigentlich ganz gut sein soll. Ist sie aber nicht. Lieblos, ein wenig dreckig und alt. Dafür sind die Besitzer nett. Man kann halt meistens nur eins haben.
Sonntag am späten Nachmittag haben wir schon mal einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht. In Napier hat am 3 Februar 1931 ein schweres Erdebeben (7,8) gewütet und hat beinahe die komplette Stadt verwüstet. Keine zwei Jahre später war die Stadt wieder aufgebaut. Als eine der modernsten der damaligen Zeit. Der vorherrschende Stil der 30er Jahre war der Art Deco. Aus diesem Grund nennt sich Napier heute voller Stolz "The Art Deco Capital of the World".
Und das zu Recht. Die ganze Innenstadt ist voller schöner Häuser mit allerlei Verzierungen und es gibt viele Geschäfte die antike Klamotten und Tand aus der Zeit verkaufen. Eine schöne Stadt mit antiker Atmosphäre. Wären noch mehr Oldtimer gewesen und hätten die Menschen andere Sachen angehabt...Wir hätten uns wie in den 30ern gefühlt.
Aber wir sind ja nicht so wahnsinnig an Architektur interessiert wie manch anderer. Mein Freund Bernhard hätte seine helle Freude gehabt.
Wir sind dafür sehr am maritimen Leben interessiert am Montag mittags in das National Aquarium of New Zealand gegangen und haben dort unter anderem unseren ersten Kiwi gesehen. Ein sehr schönes Aquarium. Wie gesagt, dort gibt es zwei Kiwis, denen vorgegaukelt wird, es wäre Nacht. Deshalb laufen die putzmunter hinter der Glasscheibe rum und fressen. Was Zootiere halt so tun.
Außerdem gibt es dort ein Ocenanium, einen Glastunnel wo Rochen, Haie und allerlei Fische über uns hinweg geschwommen sind. Als Krönung konnten wir noch die Fütterung mit Dan dem Diver ansehen. Ein rundum gelungener Nachmittag.
Danach sind wir wieder gemütlich zur Hostel geschlendert, mit einem Abstecher ins Oppossum World. Leider haben wir dort nur ausgestopfte oder zu Kleidung verarbeitete Possums gesehen. Macht aber nix. Denn am Eastcape haben wir eins gesehen. Auf dem Weg zum Leuchtturm. Hatten wir im letzten Beitrag vergessen. Ebenso wie die Tatsache, daß ich eine Ratte überfahren habe. In Neuseeland eine gute Tat.
Am Dienstag morgen sind wir dann landeinwärts gefahren, auf der Suche nach dem Anduin (Rangitikai River) und um den sagenhaften Schicksalsberg (besser bekannt als Mt. Ruapehu im Tongariro National Park) zu besteigen. Eigentlich besteigt man den Mt. Tongariro, aber wer will so kleinlich sein. Der Weg heißt Tongariro Crossing und dauert 6 bis 8 St. Die Nacht haben wir im benachbarten Kaimanawa Forest auf einem DoC-Campground verbracht. Und natürlich hat es am nächsten Morgen wie aus Kübeln geschüttet, sodaß wir den Tongariro doch nicht besteigen konnte.
Wahrscheinlich auch gut so, denn da liegt noch Schnee und 8 Std wandern ist dann doch irgendwie ein wenig viel für den Anfang.
So sind wir nur nach einem Abstecher nach Taupo zu den Huka Falls nur zum Fuße des Ruapehu gefahren und haben uns dort auf einem besseren Doc-Platz gestellt. Mit warmen Duschen, Strom und Küche. Und das hat sich als guter Plan rausgestellt, denn es hat die Nacht über weiter geregnet. So konnten wir unseren Van vorm Schlafen gehen mit dem Heizlüfter nochmal so richtig aufwärmen.
Am nächsten Tag hat es natürlich weiter geregnet, als wir über den Forgotten World Highway in Richtung Mt. Taranaki gefahren sind. Auf dem Weg dahin haben wir uns noch Pässe vom "Mikrostaat" Whangamomona gekauft. Lange Geschichte, kein Sinn. Ist ein Gag für Touris und da sind wir natürlich dabei. Danach sind wir noch durch einen atemberaubenden Gorge gefahren. Auf dem Forgotten World Highway kann man fast die ganze Bandbreite der Vegetation der Nordinsel bewundern. Buschland wechselt sich mit hügeligen Weiden ab. Dazu gab es den ganzen Tag Regen. So haben wir uns das vorgestellt.
Eigentlich sollte man kurz vorm Ende des Highways den Mt. Taranaki (einen Vulkan) schon sehen, aber natürlich war alles in Nebel getaucht. Schlau wie wir sind, haben wir eine 1A Sightseeing Tour Round the F....Volcan gemacht, aber nicht einen Millimeter des Berges gesehen. Deshalb haben wir uns in der Nacht in einer Hostel direkt am Berg einquatiert, um am nächsten Tag den Berg in seiner vollen Pracht bewundern zu können.
Ist aber ausgefallen wegen Bodennebel, Regen, Regen und Regen mit Wind. Und Regen mit Nebel.
Und geregnet hats auch.
Der Besitzer hat es treffend ausgedrückt: You get Heaven or Hell at the Taranki. Today is Hell. Irgendwie dramatisch, aber passend.
Die Hostel war übrigens komplett selbstversorgt mit Strom. Dank Wind- und Wasserrädern und Sonnenkollektoren. Die Besitzer haben vor ein paar Jahren sogar ein Wasserrad entwickelt und verkaufen dieses nun in alle Welt. Eine sehr interessante Hostel. Wir hatten sogar eine eigene Hütte mit Küche und Bad für uns. Leider konnten wir nur eine Nacht bleiben, weil der Nachbar gestorben ist und seine Familie die Hütte für den nächsten Tag gemietet hat. Aber wir kommen nochmal dahin zurück, schließlich ist uns der blöde Berg ja noch ein Foto schuldig.
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