Für uns ist hier mittlerweile eine Art Alltag eingetreten. Wir stehen jeden Morgen gegen 8-8.30h auf, frühstücken und manchmal drehen wir wir vor dem Arbeitsbeginn um 10, noch ne Runde mit den Hunden am Strand. Nachdem die Hostel wieder blitzt und blinkt gibts Mittag. Wenn wir nachmittags arbeiten, sitzen wir meist draußen und lesen, betrachten das Meer oder spielen mit den Hunden, während wir darauf warten das Gäste aufkreuzen oder das Telefon klingelt. Zwischendurch wird noch die Hostelwäsche gemacht und mit Gästen geschnackt. An freien Tagen werden die üblichen Dinge erledigt, eingekauft oder die Zeit für Spaziergänge oder Schläfchen genutzt. Abends sitzen wir mit den anderen Gästen draußen oder verziehen uns auch mal früh in unser Zimmer. Manchmal ist es anstrengend jeden Tag neue Leute um sich zu haben und immer wieder die selben Fragen zu beantworten. Ansonsten genießen wir die Zeit hier sehr.
Am 05. November haben wir hier den Guy Fawkes Day mit Saus und Braus begannen, wie es sich für eine ehemalige Kolonie gehört. Guy Fawkes versuchte im 17 Jahrhundert das komplette englische Parlament in die Luft zu sprengen. Der Umstand das er und seine Mitverschwörer gefasst und hingerichtet werden konnten, wird seitdem groß mit einem Feuerwerk zelebriert.
Das ganze Backpacker wurde zum BBQ aufgerufen und schon mittags gingen die Vorbereitungen los. Von Salaten über Antipasti, Brot und Kuchen gab jeder dazu was er gern mochte.Da fast nur Landsgenossen hier waren, war es fast wie beim grillen zuhaus, mit Nudel- und Kartoffelsalat. Für die Kiwis scheinbar ein komischer Brauch, da gibts nur Fleisch, Kartoffeln und Brot. Das Fleisch stapelte sich aber auch bei uns auf dem BBQ und bald standen alle mit ihren Tellern an, um sich danach an den Beilagen zu vergehen. Die üblichen Flaschen mit alkoholhaltigen Getränken füllten sehr schnell die Recycling-Tonne. Als es gegen 22 Uhr dann dunkel wurde, sind Malte und Blaine mit einer riesen Kiste an den Strand gegangen und haben schon alles fürs Feuerwerk vorbereitet. Kurze Zeit später kamen auch die meisten Gäste um sich das Spektakel anzugucken. Aus allen Ecken wurde der Himmel von Raketen und Knallern erleuchtet und man hörte den Jubel der Leute. An Silvester ist es nicht so üblich das es ein Feuerwerk gibt und auch eigentlich auch nur am 05.11 erlaubt, aber einige sparen sich was auf fürs Wochenende, besondere Anläße oder eben den Jahreswechsel. Als Malte dann das Feuerwerk von Anna und Blaine entzündete, waren die Leute total begeistert. Ein Feuerwerk am Strand sieht einfach wunderschön aus, besonders wenn sich das Licht der Raketen noch in den Wellen spiegelt. Nach einer knappen Stunde ging es wieder zurück um auch die letzten Tropfen zu leeren.Es war ein schöner Abend und wir quatschten noch bis in die späte Nacht hinein, froh das wir am nächsten Tag etwas später anfangen durften.
Eines anderen schönen Tages haben wir uns Jamie geschnappt und sind ausgezogen um die Gegend hinter der Shipwreck Bay weiter zu erkunden. Also ab ins Auto um in der besagten Bay zu parken, mein erstes Mal am Strand fahren!,und los gings. Direkt folgte uns ein junger Hund, der wohl Gefallen an Fräulein Jamie gefunden hatte und den wir nicht mehr los wurden. Wir tauften ihn Günther. Zuerst ging es über zahlreiche Riffe, die nur bei Ebbe passierbar sind. Immer wieder Autos und Quad- Bikes ausweichend kamen wir an einen lang gezogenen Strand, der sich endlos bis um die nächste Kurve zu ziehen schien.Um die Kurve führten wieder Riffe auf denen Strand folgte und nach zweimaligen Wiederholungen kamen schließich die großen Sanddünen von Ahipara. Es kommt einem vor wie in der Wüste wenn man vor diesen steht und hochschaut, abgesehen von den Leuten die sich dort hochschleppen um anschließend fröhlich mit Sandschlitten runter zu rodeln. Nach 2 Stunden laufen machten wir Pause und beobachteten ein paar Quad-Biker, die den Strand rauf und runter bretterten. Einer von denen wollte zeigen was er kann, versuchte allerlei Tricks und dachte er könnte Eindruck schinden. Was er nicht merkte war, daß seine Hose sich immer mehr nach unten verabschiedete und alle höchstens beeindruckt waren von dem schwabbeligsten Maurerdekolleté der ganzen Südhalbkugel. Um diesem Anblick zu entgehen, machten wir uns zurück auf den Heimweg, der uns nochmals 2 Stunden kostete. Jamie hat es sehr genossen, sie konnte am Strand rumrennen, Möwen jagen und mit Günther spielen. Auch wir haben viel Spaß gehabt. Endlich zuhaus angekommen, gab es ein kleines Abendessen bevor wir um 21 tot ins Bett gefallen sind. Jamie hats nich mal mehr zum Essen geschafft, sie ist direkt in ihr Körbchen gewankt und auf der Stelle eingeschlafen.
Letzten Samstag waren wir mit Anna im Motel in Ahipara, da dort das Rückspiel Neuseeland-Bahrein auf einer großen Leinwand übertragen wurde. Laut den `Locals´ sollte man mindestens einmal dort gewesen sein, da jeder eine Geschichte über die meist miesgelaunten, einen Drink nach dem andern kippenden Besitzer zu erzählen hat. Dort angekommen, waren die Besitzer an dem Abend natürlich nicht da. Wer jetzt erwartet das sich dort massenweise neuseeländische Fans tummelten, hat sich leider getäuscht. Es ging zwar um die Qualifizierung für die Weltmeisterschaft, aber neben uns waren nur ca. 10 Leute da. Die meisten waren auch nur Besucher des angegliederten Restaurants. Für die Kiwis ist Fußball aber nur ein Sport für Weichpupen, über Rugby geht denen nichts. Malte hat es nach langer Zeit genossen mal wieder Fußball gucken zu können und neben bei versucht den anderen die Regeln näher zu bringen. Ich habe die Leute hinter der Bar verwirrt, als ich einen White Russian bestellte. Die Mischung von Wodka und Kalhua machte in deren Augennoch Sinn, aber das ich mehr als einen Teelöffel Milch darin wollte war unbegreiflich. Zum Schluß stand es 1:0 für die Kiwis,der Eintritt zur WM war gelungen,wir jubelten und die Einheimischen konnten sich doch ein ´Good on Ya Mates´abringen. Leider konnten wir Anna nicht mehr zu einem Autokorso durch Ahipara überreden.
Der Anbau von Anna und Blaine ist so gut wie fertig,jetzt kommt das Innenleben und die letzten Feinheiten. Mitte Dezember wollen sie einziehen und dann auch gleich eine Einweihungparty geben. Am Abend vor unserem Hochzeitstag hatte Anna uns noch mit Applecrumble und Vanilleeis überrascht, so das wir uns auch noch was nettes ausdenken werden wenn die Butze fertig ist.
Das wars mal wieder aus unserem kleinen Paradies. Wem die Fotos nicht reichen,kann ja mal auf Skype zurückgreifen.
Cheers Mates!
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4 Kommentare:
Der gute Mann der das Parlament in die Luft sprengen wollte kam übringes aus York.
Aber wg Fussball-Rugby, Malte, Dü könntest mal die Tage checken wie teuer nen Rugbyjersey der All Blacks ist und es mir mitteilen via facebook.
Ich wäre daran interessiert. Hier sind die entweder schweineteuer, gefälscht oder man muss die aus Malaysia/Thailand bestellen (was wegen des Zolls auch ausfällt bzw. Produktpiraterie).
Ihr Lieben,
bin begeistert vom Bericht und Fotos.Ich liebe Euch.
Die Blattsalate sehen Interessant aus...
Spielkinder...
Ich kann euch gut leiden!.. :)
Hallo Ihr 2,
Franzi fragt,wann es weiter geht.Wie ist die Arbeitssuche?
Sind die Fotos angekommen?
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