Samstag, 26. Dezember 2009

Whanganui,Vulkane und Fleetwood Mac

Frohe Weihnachten aus dem sommerlichen Ahipara!
Die letzten 2 Wochen gestalteten sich wie folgt:
Zuerst ging es für 4 Tage nach Auckland zurück, wo wir die beiden hippen Stadtviertel Parnell und Ponsonby erkundeten. Mittwoch abends kamen wir in Parnell in der City Garden Lodge an, ein schönes altes Kolonialhaus das mal für die Königin von Tonga gebaut wurde. Nach einem Spaziergang über die Parnell Road und einem kleinen Abendessen war es auch schon fast wieder Schlafenszeit. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Newmarket um ein wenig zu shoppen. Am Freitag morgen checkten wir in Ponsonby bei Verandahs ein, Aucklands bester Hostel zur Zeit. Wir flanierten fast den ganzen Tag die Ponsonby Road rauf und runter und bummelten ein wenig durch den Western Park,der einer der ältesten in der Stadt ist und direkt an den Garten der Hostel grenzt. Dann wurde es Zeit uns zuecht zu machen, denn wir wollten uns an dem Abend noch mit Dezerai und Jared treffen. Zuerst gingen wir ein Bierchen trinken, bis wir entschieden hatten wohin es zum Essen ging. Die beiden führten uns in ein nettes kleines französisches Lokal, alles schwarz dekoriert und mit einer Weinkarte länger als die Menükarte. Wir genossen als Vorspeise diverse Dips mit Brot und verschiedene Sorten Käse und Salami, danach folgte ein gutes Steak und noch mehr Bier. Leider mußte Jared am nächsten Morgen arbeiten, sodaß die beiden sich nach dem Essen verabschieden mußten und uns am Irish Pub absetzten. Der Dogs Bollix war entsprechend voll , da es dort jeden Freitag abend Livemusik gibt. Wir tranken Kilkennys/Guiness und hörten uns die folgende Band an und beobachteten die Leute. Als die letzte Band anfing zu spielen, freute ich mich erst da sie sehr nach Metal aussahen. Der Drummer sah aus wie ein junger Tim Wiese und man hörte nach den ersten Takten schon das er sein Handwerk versteht. Dann kam der Leadsänger auf die Bühne, hackenvoll wie Pete Steele und Konsorten und war neben  Gegrölle nur in der Lage "Fuck" und "Where are the Pussys?" zu singen. Das wollten wir uns nich weiter anhören und gingen das kurze Stück zurück zur Hostel. Den Samstag füllten wir erneut mit Shopping und einen großen Bummel durch die Innenstadt.
Der Whanganui, ein Kanu und wir...
Am Sonntag ging es dann los nach Taumarunui, von wo wir unsere Whanganui River Journey starten wollten. Obwohl es Sonntag abend war, war es kein Problem die Tour für den kommenden Morgen zu buchen. Eine Stunde später wurden uns vom ältesten Sproß der Kanufamilie 6 Tonnen gebracht, die wir in Ruhe dann noch packen konnten. Am nächsten Morgen ging es los, der Himmel klarte auf und wir freuten uns. Beim Kanuverleiher angekommen, konnten wir erstmal die wunderschöne Aussicht auf ein Stück des Whanganui genießen. Ein ausführliches Gespräch über den Fluß, die Hütten, Stromschnellen und alle Eventualitäten gab uns einen ersten Überblick auf das was uns erwartet. Währenddessen fing es an aus Eimern zu schütten und wir sahen unsere Tour schon den Bach runtergehen. Nachdem alles geklärt war, packten wir unsere Barrels und machten uns auf den Weg zu der Stelle wo wir beginnen wollten. Dort angekommen, hatte sich der Regen wieder verzogen und wir hatten den ganzen Tag über das herrlichste Wetter.
Das erste was wir bemerkten war die Stille. Es ist so schön ruhig dort und außer Vögel, Ziegen und den Fluß hört man nichts anderes. Wir fühlten uns sofort entspannt. Es war sehr angenehm im Kanu zu sitzen, den Vögeln zuzuhören und die wunderschöne Natur dort zu beobachten. Ein Muß für jeden Naturliebhaber. Nach den ganzen Regenfällen der letzten Tage, war der Fluß gut angeschwollen  und wir konnten uns mit der Strömung treiben lassen, ohne zuviel paddeln zu müßen. Wir sahen ein schwimmendes Wiesel direkt neben uns und sehr viele Enten und Ziegen am ersten Tag. Um zur ersten Hütte, in der wir übernachten wollten, zu kommen mußten wir einen Seitenarm hinaufpaddeln. Dort war die Strömung recht stark und wir konnten die zweite Anlegestelle nicht erreichen und ließen uns so zurücktreiben zu der ersten, wo wir uns neben die anderen Kanus quetschen mußten. Darauf folgte ein endloses Geschleppe der Tonnen, zu dem alten Schulhaus in dem wir die erste Nacht verbrachten. Inmitten einer Schafswiese gelegen hatten wir schon das pure Naturgefühl, als wir uns das wohlverdiente Bier nach all der Anstrengung einverleibten. Am nächsten Tag ging es, nach einem guten Frühstück, bei der eine nette Familie aus Wellington ihr Porridge mit uns teilte, entsprechend früh los und wir waren gegen 8:30 im Wasser. Erneut die schöne Umgebung und Naturgeräusche genießend, ließen wir uns von der eigenen Geschwindigkeit des Flußes tragen. Wir konnten einen Falken dabei beobachten, wie er versucht kleine Entenkücken zu jagen, die jedes Mal untertauchten wenn er angeflogen kam. Wie es ausging konnten wir nicht mehr sehen. Gegen 14 Uhr kamen wir, trotz einer großzügigen Pause, schon an der John Cull Hut an, unserem Schlafplatz für die Nacht. Begrüßt wurden wir dort von der Hutwarden Olive, einer älteren Maori- Dame, mit dem traditionellen Moko, dem Gesichtstattoo. Sie erzählte uns viele Geschichten über den Fluß und ihr Leben, inklusive dem Bericht wie sie für "Herr der Ringe" vorsprach, aber dann nicht wieder hinging, da sie keine Lust mehr hatte sich im Kino zu sehen. Wir verbrachten einen netten Abend dort und führten viele Gespräche mit Olive und den anderen Reisenden. Tag 3 dämmerte herauf und diesmal waren wir einer der letzten auf dem Wasser. Es dauert halt seine Zeit bis alles festgezurrt und eingepackt ist, das Porridge gegessen und ca.30 Leute in ihren Kanus sitzen und abfahrbereit sind. Wir ließen den vor uns Fahrenden einen guten Vorsprung um den Fluß für uns allein zu genießen. Diesmal waren keine Ziegen in Sicht, was wohl daran lag das dort das Jagdgebiet beginnt. Manche Jäger schießen die auch vom Fluß aus ab, haben aber dann die Arbeit die Viecher aus dem Wasser zu fischen und an Land zu bringen wo sie dann in den Kreislauf der Natur eingefügt werden. Wie auch die letzten Tage sahen und hörten wir viele Tui´s, mit ihrem eigenartigen, aber schönen Stimmen. 2 Elstern konnten wir beobachten, die versuchten einen Falken von ihrem Nest fern zu halten und ihn immerzu jagden und krächzten was das Zeug hielt. Ein schöner Tag, doch dann kam der Wind. Es kam uns teilweise so vor als ob wir uns keinen Milimeter bewegten und zwischendurch drehte uns der Wind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Wir schafften es glücklicherweise jedes Mal uns zurück zu drehen vor den Stromschnellen.Als wir, laut unserer Karte, nicht mehr weit von unserem letzten Übernachtungsort entfernt waren, paddelten wir schon mal auf die linke Seite des Flußes um dann auch schnell anlegen zu können. Für eine gute Stunde war das auch kein Problem trotz der schnellen Strömung. Bis uns der Wind dann 500 Meter vor dem Ziel nach rechts trieb und uns wieder drehte. Als wir versuchten uns umzudrehen, sahen wir schon das Schild mit dem der Platz gekennzeichnet war. Also ging es quer durch den Fluß und wir paddelten was das Zeug hielt um nicht zuletzt noch daran vorbei zu treiben. Nach überaus anstrengend 10 Minuten hatten wir es endlich geschafft und hatten kaum noch die Kraft die Tonnen hoch zu schlören. Als es endlich geschafft war hatten, konnten wir unsere wohlverdiente Pause genießen und die Umgebung erkunden. Tieke Kainga besteht aus 2 Hütten, einer als Schlafplatz und einer in der sich die Küche und der Essensraum befinden. Etwas abseits davon steht ein Marae, ein Versammlungshaus der Maori. Normalerweise werden die Besucher mit einer großen Begrüßungszeremonie der Maoris Willkommen geheißen, aber diesmal waren nur 2 Leute da um die Hütten in Ordnung zu halten und es waren schon Weihnachtsferien. Wir sicherten uns also unsere Betten und genoßen unser Abendessen, saßen danach auf einer Wiese am Flußufer und hörten die abenteurliche Geschichte zweier Kanuten, denen die ganze Tour zu langweilig war und die beschloßen durch eine Stromschnelle mit mehreren Baumstämmen zu fahren um alles mehr aufzupeppen. Ende vom Lied war das sich deren Kanu festgefahren hatte und schließlich voller Wasser umkippte, so daß die beiden 4 Stunden auf einem Baumstamm festsaßen und auf ein Jetboot warten mußte was denen zu Hilfe kam. Das verlorene Paddel wurde von der Wellingtoner Familie gefunden und wir haben die  Wasserflasche von dem Mädel aus dem Fluß gefischt. Später saßen wir noch mit mehreren Leuten zusammen bis wir uns nicht mehr wachhalten konnten. Am nächsten Morgen ging es sehr früh los da wir um 13 Uhr von Pipiriki aufgeholt wurden. Der Fluß führte noch weniger Wasser und wurde nun richtig klar, so das er die Umgebung wiederspiegelte, was sehr schön zu betrachten war. Nach einer kurzen Pause ging es dann in die Zeilgerade. Die letzten 3 Stromschnellen hatten es nun in sich und bei der ersten ging es über eine Felsenterasse, die nicht zu sehen war. Dort steckten wir dann für ein paar ängstliche Augenblicke fest, bis wir uns befreien konnten. Diverse Male sahen wir uns schon mitsamt dem Kanu kopfüber im Wasser liegen. Der Anlegeplatz in Pipiriki war schon in Sicht als die letzte Schnelle kam, wir paddelten soviel unsere Kräfte noch zu ließen doch wir wurden direkt dort rein getrieben. Glücklicherweise haben wir es doch geschafft uns daraus zu befreien, so das wir halbwegs trocken und ohne einmal reinzufallen das Ende des Trips markieren konnten. Nach kurzer Zeit kam dann der Operator mitsamt Bus und Anhänger und wir konnten uns mit Muffins und Saft stärken.Nach einer anderthalbstündigen Autofahrt über feinste Schotterpisten kamen wir an unserem Zielort an. Zurück auf dem Campingplatz duschten wir erstmal ausgiebig und waren sehr stolz auf uns das wir das alles so gut hinbekommen haben. Beim ausgiebigen Abendessen trafen wir unsere Coromandel-Kumpanen Robin und Lisa wieder, die den Trip am nächsten Tag antreten wollten. Also saßen wir noch einige Stunden zusammen um all die Erlebnisse auszutauschen.
Von Taumarunui fuhren wir zurück zum Tongariro National Park um unser Glück erneut  bei den Vulkanen zu versuchen. Auf dem Rückweg von Pipiriki waren sie in ihrer vollen Pracht zu bewundern und der Busfahrer hat extra für mich angehalten, so daß ich schnell ein paar Bilder machen konnte. Auch an dem Tag war es klar und sonnig, und wir haben um die hundert Fotos gemacht, nur um sicher zu gehen.Weiter ging es über die Whanganui River Road, wieder Gravelroad von ihrer besten Seite, zu dem kleinen Ort Jerusalem. Dort gibt es natürlich eine Kirche mit Kreuzweg und einen kleinen Konvent, wo man übernachten kann. Nach dieser Pause folgten wir der Straße weiter durch London und Athen bis wir endlich in Wanganui ankamen. Unser Eintreffen traf auf einen denkwürdigen Tag für die Bewohner dort da sie endlich das "H" im Stadtnamen zurück bekommen haben. Also nun  Whanganui wie der Fluß. Den ganzen Abend relaxten wir in unserem schönen Zimmer mit Blick auf den Fluß. Den nächsten Tag gestalteten wir mit einem Bummel durch die Stadt. Die Innenstadt ist recht schön, mit alten Straßenlaternen die alles ein wenig antik ausehen lassen.
Von dort ging es dann weiter nach New Plymouth, wo wir den nächsten Vulkan in Angriff nehmen wollten. Wir fuhren recht weit hoch zum Vulkan und wurden diesmal mit freier Sicht auf den Fuß belohnt, die Spitze war immer noch wolkenverhangen. Aber das reichte uns schon. Dort haben wir noch einen 18 m hohen Wasserfall bewundern können, bevor es weiter ging. Der nächste Stop war Hawera, wo wir das Elvis Museum besuchten. Ein verrückter Kiwi namens K.D. stellt in seiner großen Garage alles aus was man je vom King kaufen konnte, inklusive alle möglichen Fotos. Der Fußboden und die Decke waren voll mit Elvisbildern. Es lief nur Elvis Weihnachtsmusik. Jede erdenkliche Platte oder CD, von Nummernschildern, Gläser, Anstecker, Radios bis hin zu Büsten, Schmuck, Schneekugeln und alle anderen Arten von Sammelgegenständen waren da zu finden.Zahlreiche Fotos von Ihm in Graceland, mit Onkel und Cousin vom King, von Graceland selbst und und und. Er hat sogar seit einigen Jahren den selben Cadillac wie Elvis und fährt damit Hochzeitspaare durch die Gegend. Nach 1 Stunde waren wir so reizüberflutet das wir nach der üblichen Spende erstmal einen Kaffee trinken mußten, bevor wir weiterfahren konnten.
New Plymouth war gerammelt voll, das größte Erlebnis der Stadt seit Jahren. Fleetwood Mac gaben dort 2 Konzerte und alles war auf den Beinen um einen Platz zu ergattern oder in der Nähe zumindesten Hörproben zu bekommen. Wir fuhren weiter bis zu einem Campingplatz am Meer um dem ganzen Trubel zu entgehen. Sehr schön gelegen war der Platz, aber den versprochenen Swimmingpool gabs nicht und auch mit der Sauberkeit wurde es da nich so genau genommen. Leider hatten wir da schon bezahlt, also taten wir uns damit hin für eine Nacht.
Wir machten uns auf den Rückweg nach Auckland. Die nächste Nacht verbrachten wir in Port Waikato. Auf dem Rückweg zur Autobahn,hielten wir noch in Mercer, um guten holländishcen Käse zu kaufen.Der nächste Stop war der Trounson Kauri Park wo wir schon im September und Oktober übernachtet hatten. Frisch gestrichen machte er einen guten Eindruck und wir spazierten durch das angrenzende Waldstück, um erneut die Kauris zu bewundern. Die geplante Nachtwanderung fiel diesmal aus, da keine Kiwis zu hören waren. Tags darauf waren wir dann zurück in der Lodge und bereiteten uns auf Weihnachten vor.
Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

2 Kommentare:

Toco hat gesagt…

Was du auch machst, mach es nicht selbst!
auch wenn du dir darin gefällst!!

Trifft auf euch ja nich zu aber gutes Lied!
Mal wieder schöne Fotos dabei! :)

Neues Album ab Jänner !
Jubel Jubel Freu Freu...

Ompa hat gesagt…

Hallo Kiwis. Beeindruckende Bilder. Sieht so aus, als sei der Kanu-Trip fast so toll wie unsere Trips auf dem Mühlenbach in Dülmen (der ist aber auch kaum zu toppen).

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